Orgelkonzert ein wahrer Hörgenuss

Wenn bei der Frage nach einem Auftritt in Paris oder Wolfring die Wahl auf Wolfring fällt, dann müssen die Beziehungen zu Fensterbach schon von besonderer Art sein. Und so ein persönlicher Kontakt war es auch, der Wolfgang Kraus, den Regionalkantor der Region Cham, nach Wolfring führte. Er hatte den Auftritt schon zugesagt, bevor die Anfrage aus Paris kam, und konnte diesen Termin dann verlegen.

Die Zuhörer durften sich glücklich schätzen. Sie kamen in den Genuss einer Zeitreise durch die Orgelmusik vom Barock bis zur Gegenwart. Pfarrer Michael Hoch als Hausherr der St.-Michael-Kirche in Wolfring hieß Kraus als „wahren Profi“ an der Orgel in der sehr gut gefüllten Kirche willkommen. Er dankte aber auch dem Organisationsteam um die Organistin der Pfarrei, Martina Neubauer, das die Veranstaltung erst ermöglicht hatte.

Kraus schöpfte die Möglichkeiten der 2005 geweihten Sandtner Orgel voll aus. Mit „Gran Preludio in g-Moll“ von Johann Simon Mayr eröffnete er den Nachmittag. Aus den Werken von Johann Sebastian Bach hatte Kraus mit dem Concerto a-Moll BWV 593 eines der schwierigsten Stücke dieser Zeit ausgewählt. Mit „Suite Sexti Toni“ aus dem Oberpfälzer Orgelbuch aus dem 18. Jahrhundert widmete er sich dem Werk eines lokalen Komponisten. Es folgte Eberhard Kraus mit dem Präludium auf C. Franz Liszt war mit dem „Angelus“ aus Années de Pèlerinage III zu hören. Stücke von Josef Gabriel Rheinberger, Josef Renner und Franz Xaver Engelhart gehörten ebenfalls zum Programm. Über eine Stunde zeigte Kraus seine Virtuosität. Am Ende durfte er sich über lang anhaltenden, stehenden Applaus der begeisterten Zuhörer freuen. Gern kam er auch dem Wunsch nach einer Zugabe nach.

Neben den Zuhörern kann sich auch die Kirchenverwaltung Wolfring über einen gelungene Veranstaltung freuen. Insgesamt 1175 Euro lagen am Ende im Spendenkorb. Der Erlös, zu dem auch die zahlreichen CDs beigetragen haben, die der Künstler der Kirchenverwaltung unentgeltlich zur Verfügung gestellt hatte, geht in die Renovierung der Wolfringer Kirche.

Heinrich Niebauer